adisav am 07. Oktober 11
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren

Die Tränen des Regens...
Gestern ist mein Herz stillgeblieben.
Wissen Sie wo Afrika ist? Ja, genau.
Irgendwo am Ende der Welt.
Afrika ist schwarz.
Dort sind diese Kinder die so mager sind und viele Mücken an sich tragen müssen.
Man sieht fast jeden Knochen dieser Kinder. Sie haben nicht so viel Wasser und zu Essen haben sie auch nicht viel oder gar nix.
Es regnet gerade. Ich sitze in einem Münchner Caffe und trinke mein Latte Macchiato. Atme sehr schwer.
Ein unbeschreiblich schwerer Stein drückt meine Brust. Er ist so schwer wie der Himmel. Es tut so weh.
Die Bilder von gestern verschwinden nicht aus meinem Kopf. 3.000 km langer Weg. Kleine Boote, hunderte Menschen. Aus Afrika. Viele sterben an Luftverlust. Sie ersticken. Auf dem Weg nach Europa.
Viele ertrinken. 3.000 km Meereswasser. Kleine Boote. Hunderte Menschen. Jeden Tag.
Gestern ist mein Herz stehengeblieben.
Ich bin kein Menschenwesen.
Ich bin keine gute Person. Ich sitze wie gelähmt. Tage vergehen...
Bleiben Sie bitte noch einige Minuten mit mir. Hören Sie mir bitte zu.
Vergessen Sie kurz alles und bewegen Sie sich bitte nicht.
Hören Sie nur aktiv zu.
Wir Menschen, wollen lieb zu den Tieren sein. Wir wollen die Erde gut erhalten. Wir wollen Entspannung und Ruhe. Wir wollen lieben und geliebt werden.
Wir lieben die Sauberkeit. Wenn wir lächeln scheint die Sonne. Wenn die Sonne scheint sind wir glücklich. Wenn wir glücklich sind lächelt unser Herz. Die Seele schwebt leicht und zufrieden.
Wenn unsere Seele zufrieden ist würden wir am liebsten die ganze Welt umarmen und sich für immer so gut fühlen.
Liebe Mitmenschen, auf dieser Welt ist auch eine Afrika!
Sie spürt leider unsere Umarmung nicht.
Kinder in Afrika trinken und essen nicht.
Sie verhungern und verdursten. Sie sterben.
Das tut weh. Ja, sterben tut weh.
Stellen Sie sich folgendes vor: Eines Tages stehen Sie auf, drücken fest Ihre Kinder, Ihre Eltern und Bekannte. Sie setzen sich in einen Boot um 3.000 km ins Ungewisse zu fahren.
Das Ticket kostet nicht nur 2.000 $ sondern im meisten Fällen auch das Leben. Ihr Leben.
Sie und Ihre Familie verhungern und es gibt keine andere Wahl. Sie riskieren es und versuchen nach Europa zu kommen.
Lesen Sie bitte diese Sätze nochmal. Langsam, sehr langsam.
Sie zu lesen dauert nur ein paar Sekunden, aber so ein Abschied von der Familie und von dem Leben dauert sehr, sehr lange. Und tut höllisch weh.
Machen Sie bitte die Augen zu und versuchen Sie diesen Schmerz zu fühlen.
Ich musste auch mal mein Haus verlassen.
Den Schmerz fühle ich nach 20 Jahren immer noch.
Und es handelte sich nur um ein Gebäude. Nicht um Kinder, nicht um Eltern, nicht um Familie. Es handelte sich nur um ein Gebäude, dass einer zwölfjährigen ans Herz gewachsen ist.
Ich bitte Sie!
Lassen Sie Ihres Herz kurz stehen, atmen Sie tief durch, stehen wir gemeinsam auf und umarmen wir auch Afrika.
Aber so, dass sie es spürt.
adisav am 16. September 11
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren

Paris, Paris...
Waren Sie schon mal in Paris? Ich nicht.
Müchen-Schwabing, ich stehe an der Ampel, drehe mich um mich herum. Viele Autos, viele Menschen – jeder in Eile – irgendwo ankommen zu müssen.
Die langersehnte Sonne nervt jetzt, meine Cousine ist noch nicht da, Taxifahrer redet am Telefon. Pass auf! Ein Fahrradfahrer von Rechts! War knapp. Tägliches Chaos in München-Schwabing um 16 Uhr. Doch dann...
Eine Sitzbank, zwei ältere Musiker, eine Frau im Rollstuhl tanzt mit ihrer Begleiterin...Und ich?
Wie vom Winde zuerst geschlagen und dann umarmt sitze ich auf der Bank. Unerwartete Tränen versuchen meine Augen zum platzen zu bringen, während dieses Etwas in meiner Brust wächst und wächst.
Zugleich fühle ich die Harmonie, die Liebe, die Freude, das Mitgefühl, den Schmerz, die Wärme...Die Strassenmusik hat mich mitgenommen.
Die Musik dessen Namen ich nicht kenne, die alten Musikinstrumente welche ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Ich weiss nur – es ist Paris.
Was für eine Journalistin bin ich? Was für ein Mensch?
Kommt dir das auch bekannt vor: Das Leben geht schnell vorbei und wir sind ständig irgendwo unterwegs? Wenn nicht physisch, dann psychisch.
Im Winter sehnen wir uns nach Sonnenstrahlen und wenn die Sonne endlich da ist, haben wir keine Zeit sie richtig zu spüren.
Haben wir unsere Augen meistens für schlechtes offen, obwohl viele gute Dinge im Leben zu sehen sind? Sehen wir nur Fakten?
Ist die Lebenskraft einer Rollstuhlfahrerin die mit den Händen tanzt und dabei herzlich lächelt nicht bewundernswert?
Die Frau kann ihre Beine nicht bewegen und mich nervt die Sonne!?
Ist die Strassenmusik, welche uns in einer Sekunde das nichtgesehene Paris sehen und spüren lässt, nicht viel kräftiger als die vielen Landesgrenzen und Vorurteile gegenüber „anderen“ Menschen?
Ja sie ist es. Wir sollen uns nur die Zeit nehmen um es sehen und spüren zu können.
Wenn du mich jetzt fragen würdest, ob ich Paris gesehen habe, würde ich natürlich nein sagen, würde dich aber auch wissen lassen, dass Paris in meinem München zu fühlen ist.
Paris und viele andere Städte der Welt...Du sollst dich nur entspannen und das Schöne sehen, hören und fühlen wollen...
Sage es ruhig weiter.
Paris, Paris, je t´aime Paris...
adisav am 16. September 11
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
